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zu Reiseimpfungen s.unter Hinweise und Informationen für Patienten!

Hier können Sie den aktuellen Impfplan (Klick) abrufen: s.a. www.kvs-sachsen.de/buerger/impfen

GesundheitspolitikÄrzteblatt Sachsen 1 / 2007 33Hygiene aktuellAuffrischungsimpfung gegen Tetanus,

Diphtherie, Pertussis und Poliomyelitis

alle 10 Jahre– Beschlüsse der 28. Sitzung der SIKO –

Die Sächsische Impfkommission

(SIKO) hat auf ihrer 28. Sitzung am

17.11.06 nachstehende Änderungen

zu den „Empfehlungen der Sächsischen

Impfkommission zur Durchführung

von Schutzimpfungen im

Freistaat Sachsen „(E 1), Stand

01.01.2006 (Beilage Ärzteblatt Sachsen

1/2006) beschlossen. Die Kosten

werden nach den derzeitigen Impfvereinbarungen

zwischen der Kassenärztlichen

Vereinigung Sachsen (KVS)

und den Gesetzlichen Krankenkassen

(GKK) von den GKK übernommen.

(„Vereinbarung über die Durchführung

von aktiven Schutzimpfungen

gegen übertragbare Krankheiten im

Rahmen der vertragsärztlichen Versorgung

– Impfvereinbarung Sachsen

– in der Fassung vom 1. April 2005“,

mit der AOK Sachsen aktualisiert am

30.11.2005, mit den Ersatzkassen

aktualisiert am 2.3.2006; Neufassung

vom 6.10.2006, gültig ab

1.1.2007 – siehe KVS-Mitteilungen

11/2006, S. IV).

Die Änderungen betreffen lediglich

die Häufigkeit der Pertussisauffrischimpfungen

(Booster) und die serologische

Kontrolle des Impferfolges

nach Hepatitisimpfung, insbesondere

Hepatitis B. Wegen der Geringfügigkeit

der textlichen Veränderungen

erfolgt kein genereller Neudruck der

E 1 wie im Januar 2006. Die SIKO

bittet, die im Anhang stehenden

Änderungen einzufügen und zu beachten.

Pertussis:

Es wird empfohlen, alle 10 Jahre

nicht nur wie bisher eine Auffrischimpfung

gegen Tetanus, Diphtherie

und Poliomyelitis vorzunehmen, sondern

zusätzlich auch gegen Pertussis.

Die Standard-(Regel-)Impfung für

alle Personen alle 10 Jahre sollte mit

tetravalenten Impfstoffen Tdpa IPV

erfolgen. In Deutschland sind dafür

z. Z. nachstehende Impfstoffe zugelassen

(in alphabetischer Reihenfolge

der Hersteller) „Boostrix-Polio“

(Glaxo-ShmithKline) und „Repevax“

(Sanofi-Pasteur).

Begründung: Die laufende epidemiologische

Analyse der Pertussiserkrankungen

in Sachsen und den neuen

Bundesländern hat eine zunehmende

Altersverschiebung der Inzidenz ins

höhere Lebensalter ergeben. So

waren z.B. von den 457 in Sachsen

2005 gemeldeten Pertussiserkrankungen

349 (= 76,4%) Personen älter

als 25 Jahre. Nicht berücksichtigt ist

dabei außerdem noch die hohe Dunkelziffer

infolge unzureichender Diagnostik

der Pertussis im Erwachsenenalter

und die schlechte Meldedisziplin.

Nach einer Studie von C. Hülße und

W. v. König in Rostock und Krefeld

aus dem Jahre 2004/05 lag die wahre

Inzidenz bei Erwachsenen in Ost und

West etwa gleich bei 165 Erkrankungen

pro 100 000 Einwohnern

und Jahr. Dies würde für die Sachsen

eine Pertussisfallzahl von über 5000

bedeuten. Diese wochenlang hustenden

Erwachsenen sind aber die Infektionsquellen

für die besonders gefährdete

Gruppe der Säuglinge. Aus

dem Vorstehenden und mehreren

Arbeiten neueren Datums geht die

Notwendigkeit

der Boosterung gegen

Pertussis (pragmatisch alle 10 Jahre

bei Erwachsenen) ebenso wie bei

Tetanus und Diphtherie eindeutig

hervor. Dies betrifft sowohl Personen

nach Schutzimpfungen (z.B. Rostock)

als auch nach überstandener Erkrankung

(z.B. Krefeld). Mit der getroffenen

Empfehlung wird der veränderten

epidemiologischen Lage entsprochen

und gleichzeitig eine praktikable

Lösung angeboten, dass alle Haushaltkontaktpersonen

zu Säuglingen

einen adäquaten aktuellen Pertussisimmunschutz

aufweisen. In den

Gesamtkomplex der Strategie ist

auch die Tatsache eingeflossen, dass

es z.Z. noch keine praktikable immunologische

Methode gibt, die einen

adäquaten Immunschutz vor Pertussis

nachzuweisen imstande ist. Es

gibt keine protektiven serologischen

Titerwerte. Andere Länder wie z.B.

Österreich haben diesen Weg der

Boosterung alle 10 Jahre bereits

2006 beschritten.

Hepatitis B:

Eine immer wieder gestellte Frage ist

die nach Notwendigkeit einer Boosterung

10 Jahre nach Hepatitis-BGrundimmunisierung.

Über die Antikörperkinetik

von Anti-HBs ist bekannt,

dass 4 – 6 Wochen nach der

Grundimmunisierung individuell der

maximale Antikörpertiter erreicht

wird, der binnen 12 – 18 Monaten

auf 1/10 des Ausgangswertes abfällt.

4 – 10 Jahre nach erfolgter Grundimmunisierung

haben nur noch 60 –

80 % einen protektiven Antikörpergehalt

von

Lehrmeinung sind nach erfolgreicher

Grundimmunisierung (Titer≥ 10-(20) / U / l. Nach derzeitiger≥

von Gedächtniszellen trotzdem alle

vor einer Erkrankung und vor einer

evtl. Chronifizierung (nicht zwingend

vor einer Infektion) geschützt und

boosterfähig, auch wenn nach 10

Jahren der Anti HBs – Titer 10 / U /l

bestimmt wird. Dies hat zu der derzeit

in Deutschland gültigen Empfehlung

geführt, dass „eine Auffrischimpfung

(1 Dosis) nach 10 Jahren bei

Fortbestehen eines Infektionsrisikos

mit hoher Infektionsdosis (z.B. Nadelstiche,

Nadeltausch, häufige Übertragung

von Blut oder Blutprodukten,

Hämodialyse)“ angezeigt ist, nicht

aber bei „Normalpersonen“.

Dies setzt aber voraus, dass der

Erfolg der Grundimmunisierung bei

allen Risikopersonen

und Erwachsenen

4 – 6 Wochen danach mittels

Anti-HBs – Titerbestimmung nachgewiesen

und im Impfausweis dokumentiert

wurde.

Da es im Kindesalter bei Immungesunden

sehr selten Impfversager gibt,

wurde diese Altersgruppe von der

Impferfolgsempfehlung (Bestimmung

Ant-HBs) ausgenommen. Ergreifen

z.B. vor über 10 Jahren als Kinder

Geimpfte einen medizinischen Beruf

(jetzt Risiko für HBV – Infektion) ist

im Rahmen der arbeitsmedizinischen

Untersuchung eine Boosterung mit

anschließender Titerbestimmung

(und jetzt Dokumentation im Impfausweis)

ohnehin angezeigt.




siehe auch unter:http://www.impfen-info.de
                        http://www.kindergesundheit-info-de/fuer-eltern/impfungen/
                        http://www.rki.de/impfen
                        http://www.pei.de/impfstoffe
                        http://www.kinderaerzte-im-netz.de
                        http://www.gesundes-reisen.de
                        http://www.dtg.org/impfungen.html
                        http://www.crm.de



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